Sonntag, 24. Juli 2011

4. Abschnitt: Gedanken zu Gesetzen, nach denen sich Menschen richten, ohne sie aufgeschrieben zu haben

Wozu dieser Nonsens im vorigen Abschnitt? In gewisser Hinsicht ist er eine Antwort auf die, die meinen, eine "Regierung" würde schon das richtige tun ... wenn man nur drin wäre. Der Rest ist ...
Der Rest sind gesellschaftliche Gesetze, die wir richtig verstehen müssen. Um nicht in blindem geistigen Chaos zu versinken und vernünftige Überlegungen zur menschlichen Entwicklung anzustellen – und es nicht bei reiner Fantasie zu belassen – nehmen wir deshalb eine der wichtigsten Aussagen des „Marxismus“ einfach als wahr an, nämlich dass es Gesetze der menschlichen Entwicklung gibt, sie also nicht willkürlichen Zufällen unterworfen ist. Dies erst einmal anzunehmen, so als Denkhilfe, ist auch für Menschen erlaubt, die von Anderem – beispielsweise dem unerklärbaren Plan Gottes – ausgehen zulässig. Wenn wir uns nicht auf die Interpretation materiell interessierter Kirchenmenschen verlassen, dann können wir ja als Möglichkeit in Betracht ziehen, dass es der bisher unerklärbare Plan Gottes sein könnte, dass die Menschen entdecken, erkennbaren Gesetzen des Zusammenlebens unterworfen zu sein.
Von dem Moment an, in dem es eine „menschliche Gesellschaft“ gab, wirkten ihre Entwicklungsgesetze, indem sie den chaotischen Handlungen Vieler ein (allerdings nur theoretisch vorher bestimmbares) Ergebnis als letztlich notwendig zuordnen. Egal, wer sie erkannt hat. Irgendein einzelner Mensch, eine Gruppe von Menschen oder die ganze Menschheit. Oder ob überhaupt einer.
Das hat einen einfachen Grund: alle gesellschaftlichen „Gesetze“ haben ihre Wurzel in Zusammenhängen in der unvernünftigen „Vernunft“ der Natur. Also Mechanismen, mit denen die Natur ihre eigene Existenz erhält, wirken weiter, trotzdem der Mensch sie erkennen und damit beeinflussen könnte, erst einmal schon (aber nicht nur) deshalb, weil er sie nicht erkannt hat. Insofern ist es wichtig, solche Gesetze, Naturregeln, genau zu erforschen.
Spannend wird es durch einen neuen Aspekt.
Sagen wir, es findet sich ein Mensch, der auf andere glaubhaft wirkt, wodurch auch immer.
Sagen wir weiter, dieser Mensch behauptet, dass wenn alle anderen Menschen zu einem von ihm bestimmten Zeitpunkt in einen See steigen, so wird der ewige Schöpfer der Welt machen, dass dieses Gewässer über seine Ufer tritt.
Sagen wir, genug andere Menschen handeln, wie dieser eine es ihnen sagte.
Was passiert? Das Gewässer tritt tatsächlich über sein Ufer. Der Mensch hat ein Wunder eines angeblichen Schöpfers bewiesen, das gar keines war. Er hat etwas vorausgesagt, dass unter den von ihm genannten Bedingungen notwendig so eintreten musste (ohne dass das etwas mit dem zu tun hatte, was er als Begründung angegeben hatte).
Stellen wir weiter fest:
Wären nicht genug Menschen der Wunderverkündung glaubend ins Wasser gestiegen, so wäre ein merkbarer Anstieg des Wasserspiegels nicht eingetreten, also das vorher verkündete Wunder wäre ausgeblieben. An der naturgesetzlichen Wasserverdrängung hätte sich nicht verändert. Ihr hätten nur die Voraussetzungen gefehlt, wirklich wirksam zu werden.
Die Kraft der Idee (der Übereinstimmung seiner Erkenntnis mit dem tatsächlichen Handeln seiner Mitmenschen) des Mannes hat, unabhängig, ob ehrenwert begründet oder nicht, zu einer sichtbaren Veränderung geführt.
Nun kann man sagen, wie primitiv! Eine einfache Wasserverdrängung!
Falsch!!! Es geht in diesem „Beispiel“ darum, dass die vorangegangene „Prophezeiung“ des Mannes das Handeln der anderen Menschen und dieses wiederum das Auftreten eines „Naturgesetzes“ hervorrief, eines Naturgesetzes, was potentiell immer vorhanden war, ist und sein wird – unter bestimmten Voraussetzungen ...

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