Montag, 12. Dezember 2011

Werbetextentwurf 4

Komodo-Promotion


Wenn ich in verschiedenen Kreisen das Wort „Kommunismus“ über die Lippen brachte, stieß ich zuerst auf zwei Einwände:
Geh mir bloß los damit, das haben wir ja erlebt, wie das schief gegangen ist.
Oder: Schöne Utopie. Kann aber nicht klappen. Der Mensch ist von Natur aus einfach nicht dafür gemacht.
Über total unsachliche Vorwürfe muss man nicht reden. Über diese zwei Positionen ja – und noch einige andere. Sie sind nicht mit einem Twitter-Text weggewischt.
Also habe ich kraft meiner Vorbildung und Fantasie mir meine Haltung, wann warum der „Kommunismus“ wie funktionieren könnte, etwas gründlicher, aber hoffentlich trotzdem noch gut lesbar, hergeleitet.
Aus der Zeit, in der es reichte zu wissen, was „wir“ nicht wollen und der Rest kommt dann auf Befehl oder von selbst, sind wir raus. Denken wir wieder mehr mit dem Herzen des Wissens. Regen wir den Gedankenaustausch an über das, was wir wollen – nicht nur für die nächsten Monate sondern langfristig.
Mein Manuskript sollte dabei eine Anregung sein.

Slov ant Gali

Sonntag, 11. Dezember 2011

Werbetextentwurf 3

Ein Gegner alle Revolutionen sagte einmal, dass die Revolutionen letztlich an der Ernüchterung ihren Idealen gegenüber krepieren. Die visionsreichen aufklärerischen Franzosen führten ihr „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ in den Krieg des Kaisers Napoleon, die Kommunisten in die Wirklichkeit und Misswirtschaft. Die Frage für uns ist nun, ob wir deshalb ganz ohne visionäres Ziel auskommen wollen. Wir können es positiver formulieren: Müssen kommunistische Visionen marxistisch bearbeitet „Visionen“ bleiben?

Samstag, 10. Dezember 2011

Werbetextentwurf 2

Gibt es etwas Schlimmeres als „Kommunismus“ zu wollen? All jenen, die jetzt entweder klar ja sagen oder überlegen, was es denn alles noch Schlimmeres gibt, wissen nicht worum es geht. Ihnen wurde erfolgreich etwas eingeredet. Kommunisten fällt es dagegen oft schwer, ihr eigenes „Ideal“ lebendig werden zu lassen. Dafür brauchte man Fantasie verbunden mit logischem Weiterdenken heute technisch Möglichem. Auf der anderen Seite stehen Erfahrungen mit Staatsprojekten, die oft ungewollt die Begriffe „Sozialismus“ und „Kommunismus“ in Verruf gebracht haben.
In „Komodo ...“ wird klargestellt, dass alles, was wir bisher als „Realsozialismus“ betrachten können, noch keine war … und dass es keiner sein konnte. Dann kommt die Frage an die Reihe, wie er denn aussehen könnte, der entfaltete Kommunismus. Warum müsste er heute das Ziel der Menschheit sein?   

Freitag, 9. Dezember 2011

Werbetextentwurf

Jeder Mensch denkt anders. Jeder Mensch hat nämlich andere Erfahrungen, mit denen er, was er danach hört und sieht, vergleicht. Slov ant Gali beginnt erst einmal mit seinen Erfahrungen als DDR-Außenseiter. Ein Weg, der nie gerade war, der ihn an Waffendienst, Stasi und Ähnlichem mit glücklichen Zufällen vorbeiführte, der ihn die Praxis dieser Gesellschaft von verschiedenen Positionen aus betrachten ließ. Die Position „von oben“ war nicht dabei. Ergebnis: Er findet „seinen“ Kommunismus „trotz und wegen der DDR“. Aber wichtiger ist, dass er in den technischen Entwicklungen nach Ende der DDR und Ihresgleichen die Grundlagen entdeckt, auf denen sich eine völlig neue Gesellschaft gestalten ließe, dass sich heute das gestalten ließe, woran die Menschen zuvor hatten scheitern müssen.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Zum Manuskript

Moderner Antikapitalismus in Mitteleuropa leidet meist an einem: Man weiß nur, was man nicht will. Den „Kapitalismus“ eben. Meist allerdings selbst davon nur Teile, Auswüchse wie den Casino-Kapitalismus. Dies liegt oft daran, dass man bis tief in die Linken hinein keine konkreten Vorstellung von der Gesellschaft hat, die einmal an seine Stelle treten soll. Am besten funktioniert noch die Abgrenzung. Also eine DDR, so einen autoritären „Realsozialismus“ natürlich nicht.
Aber was dann? Was man gelegentlich als „soziale Marktwirtschaft“ verherrlicht, war ja auch nur ein Nebenprodukt des internationalen Klassenkampfes mit diesem „Realsozialismus“. Fehlt es „uns“ einfach an Fantasie, uns wirklich ein alternatives System des Wirtschaftens und Zusammenlebens auszumalen? Bleiben wir notwendigerweise in Schlagworten wie Emanzipation, Basisdemokratie oder Sozialismus des 21. Jahrhunderts stecken?
Immerhin ist einigen Linken schon wieder das K-Wort über die Lippen gekommen. Doch wie soll man sich den vorstellen? Natürlich braucht es Herleitungen. So wie Sozialdarwinisten den Kapitalismus für „natürlich“ halten, so muss erst einmal deutlich werden, dass der „Kommunismus“ notwendig, möglich und ein „natürliches“ Ergebnis der Evolution ist. Dabei stößt der Leser mit seinem eigenen Zweifel zusammen: Geht denn das überhaupt? „Der Mensch“ ist doch nicht für den Kommunismus geschaffen ...
Also lassen wir unsere logische und emotionale Fantasie frei. Fragen wir einfach, wie das Zusammenleben im Kommunismus praktisch funktionieren könnte. Wie ist das mit den Bedürfnissen? Warum und wie sind sie über einen anderen Mechanismus als den Markt zu befriedigen? Wie (und wann) könnten kommunistische Prinzipien praktisch funktionieren? Wie kann unter ihnen alle zu bewältigende Arbeit erledigt werden? Wie frei sind die Menschen dann und warum? Wie nahe sind die technischen Möglichkeiten, also der berühmte „Entwicklungsstand der Produktivkräfte“, heute dem Moment, indem ihnen eigentlich kommunistische Produktionsverhältnisse am besten entsprächen? Welche Rolle käme dabei dem Internet zu? Gibt es in der Verbreitung von Musik nicht schon Beispiele einer Kommunismus-Überreife? Wie könnte ein Verkehrssystem effektiv werden, wie der Handel? Wie kann die Beteiligung der einzelnen Bürger an allen sie berührenden Fragen, einschließlich der Planung aller zu entwickelnden Ressourcen aussehen? Wie der „Handel“ ohne Geld? Wie Verbrechen und ihre Bekämpfung? Wie lebt man zusammen? Also privat und öffentlich?
Dabei wird jeweils erläutert, dass das wichtigste „Prinzip“ im Kommunismus – sofern man das so nennen kann – das der Vielfältigkeit in Freiheit ist, dass also alles Handeln allein auf die Entwicklung der Individualität jedes Einzelnen ausgerichtet ist … mit der einzigen Einschränkung, dass die nicht die Entfaltung anderer Individualitäten behindert.
Es wird logisch dargestellt, dass der vergangene „Realsozialismus“ kein Sozialismus war und warum er das nicht hatte sein können, und inwieweit Sozialismus zur Fundamentierung eines funktionierenden Kommunismus notwendig ist.
Mein erster Entwurf wurde von zwei entgegengesetzt denkenden Testlesern beurteilt. Ein DKP-Mitglied befand verblüfft, es sei „alles drin“ und ihm gefielen die Herleitungen – auch wenn er viel Widerspruch erwartete. Eine antikommunistisch Erzogene räumte ein, dass sie nunmehr verstünde, in welchem Horizont man denken muss, wolle man dem Untergang der Menschheit entgehen, und ja … so könnte es vielleicht funktionieren.
Das Buch soll natürlich die heutzutage vorhandenen Defizite am Denken im Rahmen des „dialektischen und historischen Materialismus“ mit bekämpfen. Es verwendet in diesem Sinne Elemente der „science fiction“ - schließlich bin ich „von Haus aus“ SF- und Lyrik-Autor. Um welche Ecken kann und muss man eben denken, wenn man eine Vision einer lebensfähigen Zukunft zur Diskussion stellen will. Insoweit ist es als eher „populärwissenschaftliches Sachbuch“ als als wissenschaftliches Werk gedacht, das akribisch vergleicht, wer schon wo was zu welchem Thema gesagt hat. An einigen Grundwerken des „Marxismus-Leninismus“ kommt es allerdings nicht vorbei.
Der emotionalen Auflockerung dienen Gedichte des Autors, die mit verhindern können, dass man sich nur rational in die Themen verbeißt.

Noch befindet sich das Manuskript in einer Phase, wo es denkbar ist, Verlagswünsche einzuarbeiten. Allerdings kann ich sofort ein Leseexemplar zuschicken.

Mit freundlichen Grüßen

„Slov ant Gali“

Die aktuelle Version umfasst ca. 320 000 Zeichen, davon allerdings knapp 70 000 Zeichen schnell streichbarer biographischer Bezug

Wortwirrwarr

Meinungsfreiheit


Eine Meinung haben alle Menschen zu allen Sachverhalten, von denen sie etwas gehört oder gesehen haben. Sie ist die erste, oberflächliche geistige Widerspiegelung der Umwelt durch jedes Einzelwesen. Tiere widerspiegeln ihre Umwelt auch. Dabei können, oft dürfen sie nicht besonders „tiefsinnig“ werden. Es ist zweckmäßig, eine Art Ur-Meinung zu haben. Dabei gibt es sinnvolle Erstinstinkte und Überlagerungen durch Erfahrungen. Ein sinnvoller Erstinstinkt ist, alles, was man nicht kennt, als feindlich anzusehen, das Rascheln im Unterholz, wenn man es nicht sofort deuten kann, als Aufforderung zur Flucht oder zur Gegenoffensive anzusehen, damit nicht das Unbekannte den Überraschungseffekt ausnutzt. Auch die Erfahrung ist sehr oberflächlich. Aus äußeren Ähnlichkeiten wird auf allgemeine Ähnlichkeit geschlossen. Auch dies muss sehr schnell gehen. Ein einziger Irrtum kann tödlich sein. Eingeschlafenes Misstrauen ist der gefährlichste „Irrtum“.
Dieses Urtierische kommt im menschlichen abstrakten Denken am ehesten als „Meinung“ zum Vorschein. Es ist ein sinnvolles Hilfsmittel, nicht über alles neu nachdenken zu müssen. Wen einmal eine Blondine betrogen hat, dessen Unterbewusstsein „weiß“, dass Blondinen betrügen. Wäre das menschliche Denken insgesamt nicht vielschichtiger, würde der Betroffene die Nähe aller Blondinen meiden.
Eine Meinung ist also eine widersprüchliche Sache: Auf der einen Seite sorgt sie dafür, dass wir überhaupt auf alles reagieren können, was uns begegnet, weil es uns hilft, etwas schnell gut oder böse zu finden, andererseits ist jede Meinung nah verwandt mit dem Vorurteil, weil wir schon „wissen“, bevor wir wissen, und allzu kompliziertes Durchdenken nicht mehr nötig erscheint – je komplexer eine Sache wird, umso nötiger wäre es jedoch, sich über das Einerseits und Andererseits zu informieren und es dann erst zu beurteilen.
Wer sich anmaßt, anderen eine Meinung zu „bilden“, der versorgt sie gezielt mit Teilwahrheiten, dass sie nicht mehr näher nachdenken – befangen im Irrglauben, schon „alles“ zu wissen (davon gehört zu haben).
Gegen „Meinungsfreiheit“ zu sein bedeutete, den Menschen zu verbieten, ihr Gehirn in der Art zu benutzen, in der es funktioniert.
Wer allerdings möchte, dass sich die Menschen weiter entwickeln, sollte sich bemühen, fundiertes Wissen an die Stelle oberflächlicher Meinungen zu setzen. Dazu gehört auch, die Unsinnigkeit bestimmter Meinungen aufzuzeigen – möglichst nicht dadurch, dass man sagt, meine Meinung ist die richtige oder … ist die richtige, weil die schon … gehabt hat. Eine Meinung wird ja nicht dadurch wahrer, dass die Mehrzahl der Menschen sie vertritt. Die Erde hat sich auch zu Zeiten, als mehr Menschen als heute anderer Meinung waren, um die Sonne gedreht.
Aber trotzdem greift jede Meinung irgendetwas „Richtiges“ auf. Dies gilt es zu durchdenken.
Das ist zumindest meine „Meinung“ ...

Stalinismus – Leninismus – Marxismus

Man kann alles in sein Gegenteil umkehren - allein schon dadurch, dass man Zeitbezug und sachliche Ebene verwirrt. Nach dem Motto „Die meisten Menschen freuen sich auf Eis im Sommer – aber kein Mensch freute sich, im Eis stecken zu bleiben“.
Im entfalteten Kommunismus würde jeder Mensch anarchistische Forderungen nach Abbau aller „Macht“ als seltsam, weil längst verwirklicht auffassen – warum sollte man etwas Vorhandenes fordern? Im reifen Sozialismus sind dieselben anarchistischen Forderungen progressiv, treiben die Gesellschaft vorwärts. In einer Übergangsgesellschaft oder im Kapitalismus sind dieselben (!!!) Forderungen entweder reaktionär, insoweit sie auf die bewusste Selbstentwaffnung der progressiven Kreise hinauslaufen, oder naiv, da die Kapitalistenklasse als solche aggressiv ist und insofern ein einzelner zur Gewaltlosigkeit bekehrter Kapitalist nur aus seiner herrschenden Klasse ausgestoßen würde. Es kommt also nicht darauf an, eine Sache ( zum Beispiel hier den Anarchismus) „an sich“ zu bewerten, sondern sie in die Zusammenhänge einzubetten, in denen sie sich in eine bestimmte Richtung auswirkt.
Insofern ist eine gesunde Skepsis im Umgang mit Ismen, besonders solchen, die sich auf den Namen einer einzelnen Person beziehen, immer angebracht. Sie sind von vornherein immer ein Stück unwahr: Jeder Mensch macht Fehler, hat Schwächen, begreift einige der Bedingungen, unter denen sich seine persönliche Sicht entwickelte, nur einseitig oder falsch – so wie jeder Mensch manches richtig sieht und in manchen Situationen richtig handelt. Ismen maßen sich also immer an, eine Person auf die Teile reduzieren zu dürfen, die denen, die diese Ismen als Begriff prägten, gerade ins System passen. Und so kann man unter dem Deckmantel der Berufung auf eine „Größe“ das Wesen von dessen Lehre u.U. in sein Gegenteil verkehren. So wie häufig Zitate aus ihrem Zusammenhang gerissen nicht das aussagen, was sie meinten.

Ich halte eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Stalinismus“ für unbedingt erforderlich für eine letztlich in tatsächlichen Kommunismus führende Gesellschaft. Allerdings ist der Begriff extrem belastet. In seiner Hauptbedeutung ist er ein ideologischer Kampfbegriff übelster Antikommunisten. Mit mehr oder weniger psychologischer Raffinesse wurde er geprägt, um einen Pawlowschen Reflex auszubilden: „Stalinismus“ ist „Kommunismus“ und zwar „Kommunismus“ so, wie er in der Wirklichkeit „kommunistischer“ Machtausübung aussieht. Mit anderen Worten: Die Begriffsprägung „Stalinismus“ ist in diesem Sinn ein Versuch, dem Nachdenken über „Kommunismus“ vorzubeugen, eine Art Schutzimpfung für Denkfaule, deren Unterbewusstsein auf „Kommunismus“ sofort „Stalinismus“ aktiviert und sich dabei eine Art „Sowjetfaschismus“ vorstellt.
Nun ist dialektisches Denken an sich etwas Unbequemes: Immer soll man unterscheiden zwischen Wesen und Erscheinung, aber auch noch zwischen Erscheinungen, die das Wesen außen sichtbar machen, und solchen, die das Wesentliche „ergänzen“, von ihm abweichen, ihm sogar widersprechen – zumindest auf einer bestimmten Ebene.
Bisher habe ich mich stärker auf die wesentliche Seite konzentriert. Also dass unter dem Druck der durchlebten Interventionen für das Sowjetreich eine besonders militante Verteidigungsform nahe lag, die auch „Auswüchse“ billigend in Kauf nehmen MUSSTE.

Für Kommunisten unter sich sollte stärker die andere Seite eine Rolle spielen. Also das nicht Notwendige, das nicht Wesentliche. Ein solches Herangehen ist insofern wichtig, eben weil diese Elemente von „Stalinismus“ bei einem künftigen Weg zum Kommunismus vermieden werden können und müssen. Wie aber sollten wir das unterscheiden, wenn wir alle geistige Kraft für die Verteidigung vergangener Notwendigkeiten verausgeben?
Gemeint sind zwei böse Seiten einer Medaille: Auf der einen Seite steht das persönliche Machtstreben auch jener Menschen, die sich „Kommunist“ nennen. Eben weil auch Kommunisten „nur“ Menschen sind, sind sie nicht vor dem unterbewussten Gedanken gefeit, das, was sie denken, für das Richtige zu halten, das, was sie für „Kommunismus“ halten, mit dem Kommunismus gleichzusetzen… und demzufolge alle von ihren persönlichen abweichenden Positionen für „feindliche“ zu halten. Als Mensch können sie also ihr persönliches Machtstreben mit der Durchsetzung der neuen Gesellschaft verwechseln und die Beseitigung eines persönlichen Kontrahenten für Klassenkampf halten, bei dem sie selbst selbstverständlich immer auf der richtigen Seite stehen. Sie können damit gelegentlich sogar Recht haben ...
Im entfalteten Kommunismus wird diese Übereinstimmung von persönlichem Streben und gesellschaftlicher Notwendigkeit tendenziell immer wahrscheinlicher – im Ausgang aus dem entfalteten Kapitalismus ist es in erster Linie aus den bestehenden Verhältnissen erwachsener gewöhnlicher Egozentrismus.

Hier stößt „Stalinismus“ auf den Kampfbegriff „Leninismus“. Die diesen Begriff verwenden, verengen den Namensgeber meist in fürchterlichster Weise. Während der reale W.I. Lenin das gesamte System des „Marxismus“ auf die Verhältnisse des 20. Jahrhundert zu aktualisieren und in praktische Einzelschritte zu zerlegen versuchte, wird der Begriff häufig auf eine Entwicklungsphase Lenins verengt: Seine unter brutalster zaristischer Verfolgung entwickelten Überlegungen zu einer erfolgreichen „Partei neuen Typs“. Wer undialektisch an diese Überlegungen herangeht, vernachlässigt die Notwendigkeit, bei schlimmster Verfolgung zu sofort umsetzbaren Beschlüssen kommen zu müssen. Im Prinzip enthält auch „Was tun?“ alle Gedanken zur „Basisdemokratie“ - allerdings unter harten Kampfbedingungen. Es ist einfach unfair, den Willensaufbau von unten nach oben in der Partei der Beschlussdurchsetzung von oben nach unten entgegenzustellen und Letzteres Leninismus zu nennen.
Aber es gibt eben Vereinfachungen: Der oberste „Entscheider“ entdeckt als charakterlich ungefestigter Mensch den Rausch der Macht … und kann ihn missbrauchen. Wasser predigen, Wein trinken ...

Nun kommt die andere Seite der Medaille: Zum praktizierten „Stalinismus“ gehören natürlich auch alle bin ins Groteske getriebenen Auswüchse von Personenkult, den die Untergebenen treiben. Wenn Kindergruppen in ihrer Zusammenkunft im Präsidium einen Platz für den Genossen Stalin frei hielten, war dies einfach lächerlich. Insgesamt ist es aber das System des sich Andienens, das erst die gigantische Macht einzelner „Führerpersonen“ ermöglicht. Es gehört neben der Machtgier Einzelner eben die Akzeptanz der Anderen dazu. Und dies ließ sich leider nicht auf die Person des Josef Stalin beschränken, sondern zumindest begünstigte es die Erschleichung von Machtpositionen durch inzwischen als Feinde einer gemeinschaftlichen Gesellschaft entlarvte Täter vom Typ Gorbatschows oder Jelzins.

Das Problem „Stalinismus“ deckt allerdings ein grundlegendes geschichtliches Phänomen auf. Ich nenne es hier einmal „Konservatismus des Faktischen“. Dies ist insofern wichtig, als es eine potentielle Bedrohung des Kommunismus darstellt.
Eine grundlegende natürliche Eigenart des Lebens ist seine Fähigkeit zur Anpassung an gegebene (und sich ändernde) Verhältnisse. Dabei nimmt der Grad der Bewusstheit der Anpassung mit dem Grad der Bewusstheit der Lebensform zu. Aber das Prinzip bleibt. Sozusagen auf eine aus dem Tierreich herausragende Intelligenz aufbauend analysiert „der Mensch“ die ihn umgebenden Verhältnisse und entwickelt Strategien, sich ihnen entsprechend zu verhalten. Das ist der urtümliche Kodex des Verhaltens. Sich bewusst revolutionär zu verhalten, also eine die eigene Person als Horizont übersteigende Erkenntnis von Notwendigkeiten als Handlungsgrundlage zu entwickeln, bedeutet einen zumindest partiellen Bruch mit diesem Prinzip, der normalerweise nicht von eine Mehrheit erwartet werden kann. Es ist eine Art Selbsterhaltungstrieb, sich im „Kapitalismus“ „unsolidarisch“ zu verhalten, weshalb das Verschwinden des egoistischen Grundschemas erst nach dem Ende der „Übergangsgesellschaften“ möglich wird.

Der natürliche Mechanismus stärkt also die jeweils bestehenden Machtverhältnisse – das trifft eben auch einen Machtapparat, bei dem einige Personen an der Macht für sich den „Aufbau des Sozialismus“ als Ziel in Anspruch nehmen. Da der Sozialismus aber nicht das Werk weniger Personen sein kann - die können nur leichter seine Fundamentsteine wie Gemeineigentum juristisch setzen – wirkt der „Konservatismus des Faktischen“ hier doppelzüngig: Zum einen hilft er bei der Festigung der Machtposition der bestimmenden Personen, zum anderen reproduziert er bereits unter der Oberfläche des „Aufbaus des Sozialismus“ privatkapitalistische Konkurrenzdenkstrukturen.
Und was mindestens genauso wichtig ist: Ein solcher „Mechanismus“ ist „antikommunistisch“. Er ist eine „natürliche“ Strategie zur Anpassung an Macht. In gewisser Hinsicht „denkt“ da „der Mensch“ wie ein Tier und richtet sich in der einen wie der anderen Machtstruktur ein. Im Kommunismus gibt es aber im herkömmlichen Sinn keine Machtstrukturen. Kommunismus existiert gerade nur durch die kreativen Ideen Einzelner – wahrhaft kreative, also solche, die das System ohne „Eigennutz“ vorwärtsbringen.
Es kann sein, dass ich das mit der Brille eines Heutigen völlig falsch sehe. Wir sind gewohnt, „Eigennutz“ als etwas Egoistisches, GEGEN „die Anderen“ Gerichtetes zu verstehen. Wer sagt uns denn, dass nicht dieselbe Selbsterhaltungsstrategie einmal eine „Anpassung“ an „herrschende“ kommunistische Verhältnisse sein wird? Dass der „Egoismus“ „des Menschen“ sich in den Drang wandelt, positiv aufzufallen? Dass die ständige Wiederholung und Festigung solcher Verhaltensweisen nicht zu ihrer Verinnerlichung führen kann? Dies setzte aber logisch voraus, dass sich bereits kommunistische Verhältnisse durchgesetzt hätten. Und es bedeutet, dass immer neu Anreize gefunden werden müssen, über das vorhandene Niveau des Kommunismus hinausweisende Aktivitäten zu stimulieren.
Ich meine damit nicht die Doppelzüngigen aus DDR-Zeiten. Die Gesamtverhältnisse förderten damals real noch eine Strategie, laut „Hurra Sozialismus“ zu rufen und leise in die eigene Tasche zu scheffeln. Außerdem waren mit den Parteisekretären sogar noch neue Machtstrukturen, graue Eminenzen, installiert worden.
In solch einem Sinn gibt es aber im e. K. keine „Mächtigen“ mehr. Es gibt höchstens Sachentscheider, Kapitäne vor Ort, okay … Aber größere Bedeutung gewinnen kommunistische „Facebook-Gruppen“, also solche, wo das Austreten aus dem „sozialen Netzwerk“ ähnlich unkompliziert funktioniert wie das Eintreten, ein identifiziertes „Ekel“ also sehr schnell allein dasteht. Kann denn jemand, der – und das über Generationen - „seinen Egoismus“ peinlichst verbergen muss, Egoist bleiben … wenn er sich mit „Schwein-Sein“ schadet?
Wie immer man über „Stalinismus“ im Einzelnen denken mag – die Erscheinungen, die man mit dem Ausdruck verknüpfen kann, sind dem Kommunismus aus seinem tiefsten materiellen Wesen heraus fremd. Selbst da, wo „Kapitäne“ wirken, fördern offene soziale Netzwerke die Achtung wegen charakterlicher Stärken. Der Zwang, sich einem William Bligh1 zu unterwerfen, ist gering. Er könnte aus technischen Gründen höchstens bei interstellarer Raumfahrt auftreten, weil das Kollektiv über einen längeren Zeitraum im Kleinen funktionieren muss.

Warum bin ich dagegen, den Begriff „Diktatur des Proletariats“ zu gebrauchen?

Begriffe sind immer Teile eines Begriffssystems. Sie erhalten ihren Sinn aus dem Zusammenhang mit anderen. Eine Sprache, die keinen Ausdruck „Krieg“ kennt, weil es für das diese Sprache sprechende Volk keine Kriege gibt, hat auch keinen Begriff „Frieden“, obwohl Frieden allgegenwärtig ist.
Für Menschen, die sich mit Gedanken auseinandersetzen, die über den Denkhorizont der jeweils herrschenden gesellschaftlichen Ordnung hinausreichen, gibt es ein zusätzliches Problem: Die Begriffswelt einer Zeit wird durch die in dieser Zeit Herrschenden geprägt. Ihre Begriffe sind dabei nicht nur, aber zuerst einmal Mittel, um die eigenen Machtverhältnisse mit positiv getöntem Äußeren zu versehen. So sind sie medial allgegenwärtig. Es ist also logisch, dass zur Emanzipation der die bisherigen Machtverhältnisse in Frage stellenden Kräfte auch gehört, die tatsächlichen Verhältnisse ungeschminkt darstellende Begriffe zu prägen. Aus diesen Begriffen erwächst zum neuen Verständnis der Welt ein ganzes geschlossenes Begriffssystem. Das Problem dieses Begriffssystems: Es ist mit dem herrschenden nicht kompatibel. Selbst wenn es vertraute Wörter gebrauchte, so wären sie anders bewertet.
Es ist eine bedeutsame Leistung von Karl Marx, das Gerüst von klar definierten Begriffen – so klar definierten, dass sie wissenschaftlich sind – für eine neue Weltanschauung gebaut zu haben.
Einer dieser Begriffe ist die „Diktatur des Proletariats“, die die Arbeiterklasse als ersten Schritt zum künftigen Sozialismus/Kommunismus errichten muss. Diese Aufgabe zu leugnen hieße Selbstaufgabe.
Nun hat aber dieser Begriff innerhalb des Begriffssystems des Marxismus eine logische Voraussetzung: Das Wesen des Kapitalismus besteht in der Diktatur des Kapitals (der Kapitalistenklasse). Wohlgemerkt das Wesen! Marx ging es dabei nicht um Erscheinungen. Natürlich hätte er den Hitlerfaschismus als formale Diktatur verstanden. Er schloss in seinen Begriff aber ein, dass auch das, was der Form nach „parlamentarische Demokratie“ heißt, dem Wesen nach nur die Diktatur des Kapitals verhüllt. In dem Sinne, dass, egal, was in den Schwatzbuden erzählt wird, das Kapital herrscht. Es bedient sich dabei diverser Hüllen, eines Apparats aus Gewalt, Beamtentum, verselbständigtem Geist der herrschenden Klasse usw. Ohne jede Mühe verkündeten ja Vertreter der faschistischen Diktatur in Deutschland kurz darauf das Funktionieren der „Demokratie“ - dieselben Menschen!
Nur in Entgegenstellung zur „Diktatur des Kapitals“ gewinnt die „Diktatur des Proletariats“ ihre Berechtigung. Es war nie gemeint, dass einzelne Personen oder Parteien neue Alleinherrscher werden sollten. Es ging immer darum, dass auch nach der formalen „Regierungsübernahme“ von Vertretern der „Arbeiterklasse“ ein wirtschaftspolitisches Netzwerk besteht, das die vorigen Machtverhältnisse reproduziert – und zwar immer wieder - wenn es nicht mit außerökonomischen Mitteln, also mit der politischen Macht daran gehindert wird. Ich nenne dies Überkompensation der Macht. Es müssen zum Beispiel besonders geförderte Wege eröffnet werden, damit der „Arbeiter“ in Führungspositionen in der Wirtschaft, in der Bildung, in den meinungsbildenden Medien usw. gelangt – ansonsten reproduzieren sich die „alten Seilschaften“.
Nun haben wir also das Problem, dass nur der „Diktatur des Proletariats“ richtig versteht, der um die „Diktatur des Kapitals“ weiß. Die Masse ist aber die manipulierenden Ausdrücke der Machtmedien gewöhnt. Dort steht eine begrifflich positiv belegte „Demokratie“, in der jeder alles sagen kann, was die Machtverhältnisse nicht real verändert, und jeder alle vier Jahre seine Vertretung an verschiedene vom Kapital gesteuerte Parteien abtreten kann und muss, dem Begriff „Diktatur“ einer Einzelperson oder einer kleinen Gruppe gegenüber. Da noch dazu die Definition der „Arbeiterklasse“ / des „Proletariats“ schwierig, auf jeden Fall kein Allgemeingut ist, ist es leicht selbstmörderisch, sich selbst mit dem Umhang eines im Massenbewusstsein eindeutig negativ belegten Begriffs bedecken zu wollen. Noch dazu, da das, was Marx „Diktatur des Proletariats“ nannte, wissenschaftlich betrachtet, bereits eine Höchstform der Demokratie wäre, wenn sie marxistisch umgesetzt würde: Sie bezöge die größten Teile der Menschheit real in die Gestaltung ihrer Angelegenheiten ein … Das müsste „man“ gleich mit verstehen ...


geldlos

Gäb es kein Geld,
so lautet ganz konkret die Frage,
ging dann noch wer
zur Arbeit alle Tage.

Ich meine ja
obwohl
die Gründe sind verschieden
so wie du und ich
und von Mal zu Mal
gelegentlich.

Der erste Grund
scheint schon allein,
einfach so
unter Menschen zu sein.

Und für wen ist es denn
nicht ein echter Gewinn,
erkannte er klar,
was er macht,
das hat Sinn.

Und es müssen die Arbeiten
andere werden,
zum Freuen mit Freunden
für alle auf Erden.

Und nicht so viel,
bis sie quälen als Last,
und nicht überwacht
und nicht voller Hast.

Und wer sie vollbringt,
der kann sich gut leiden,
und wird dann die Faulen
nicht wie heute
beneiden.

Was bringt mir das heute?
Wahrscheinlich kein Geld.
Doch schön träumt sich´s trotzdem
von ner besseren Welt.Habele?
1Kapitän der Bounty, gegen dessen Regime gemeutert wurde

Ein paar Schlussätze

 

Nach uns nicht die Sintflut

sollte einmal
endlich in frieden
die einsicht grünen
was uns menschen
wirklich nutzt
wird niemand mehr
tauschwertig
als zu leicht befunden
jeder keim bringt
jemandem
die richtige frucht
nutze dich
wird man sagen
dreh dich 
im licht
rundum erblühe und
ernte dich

arbeit ist
kunst wie
kunst
arbeit
fehlender besserer worte wegen und
weil dies ungeborene kind
nach einem namen schreit
nennen manche diese zeit
kommunismus







Keine bisherige Revolution hat eine Gesellschaft erreicht, die zu Recht Sozialismus oder gar Kommunismus genannt werden kann.

Vorrangiger Grund: die Produktivkräfte im Allgemeinen und erst recht die in den Sozialismus anstrebenden Ländern waren noch nicht für die neue Gesellschaft reif.

Etwa seit der Jahrtausendwende haben wir in den am weitesten entwickelten Erdregionen ein Produktivkraftniveau, das den realen Übergang zum Sozialismus / Kommunismus fordert.

Durch die moderne Informationsverarbeitungstechnik könnte eine gemeinwirtschaftlich organisierte Wirtschaft erstmals ihre Vorzüge gegenüber der privatwirtschaftlich organisierten entfalten.

In den Händen privatwirtschaftlich Denkender und Handelnder werden dieselben technischen Mittel zur Bedrohung, ja „Entwertung“ für die meisten Menschen auf der Erde.

Zwar sind die objektiven Voraussetzungen für die Ausbeutung fremder Arbeitskraft schon im Sozialismus juristisch beseitigt, die Denkstrukturen, in individuellerer Form von der Leistung Anderer leben zu wollen, sind aber noch erhalten geblieben und werden, teilweise sogar unbeabsichtigt, von Generation zu Generation „weitergegeben“.

Diese erste Phase der kommunistischen Gesellschaftsformation ist deshalb eine über eine unbestimmte Zahl von Generationen andauernde „Kulturrevolution“, die vielfältigen Relikte verinnerlichter Egoismusstrategien im menschlichen Denken und Handeln allmählich abzubauen.

Der entfaltete Kommunismus ist die individualistischste Gesellschaft, die sich menschliche Intelligenz denken kann.

Im e.K. sind sowohl wirtschaftliche Unterordnungen weggefallen als auch starr institutionalisierte Einschränkungen individueller Freiheiten („Staatsapparate“).

Der e. K. ist die Gesellschaft mit der höchsten Vielfalt an Formen, durch die konkrete Beziehungen zwischen Menschen(gruppen) geregelt sein können … richtiger: sich einer „Regelung“ im heutigen Sinn entziehen.

Das Verschwinden hierarchischer Strukturen bewirkt das Verschwinden bestimmter Organisationsformen. Wo es keine „Staaten“ gibt, gibt es logisch keine „Staatsapparate“, also keine Armeen, Zollorgane, Beamte usw.

Alle Beziehungen zwischen den Menschen werden auf der direkten Ebene der zu befriedigenden Bedürfnisse gestaltet statt über Geld vermittelt.

Die Vielfalt der zu befriedigenden Bedürfnisse bewirkt die Vielfalt der Formen, über die sie befriedigt werden.

Voraussetzung für „nachhaltigen“ Kommunismus, also eine gemeinschaftliche Gesellschaftsgestaltung, die nicht wieder in Klassengesellschaften zurückfällt, ist ein sehr hohes Niveau der Produktivkräfte.

Wie kommen wir zum „entfalteten Kommunismus“ oder was ist „entfalteter Sozialismus“?

1. Ein mehrfach zu wiederholender Schritt in eine grundsätzlich neue Gesellschaft ist die Beseitigung der materiellen Verhältnisse, die zwangsweise Egoismus reproduzieren.

Das „Privateigentum an den Produktionsmitteln“ bewirkt auf der einen Seite, dass die Besitzer sich fremde Arbeit günstigst, also für die anderen ungünstigst aneignen können. Auf der anderen Seite bewirkt es aber auch, dass sie sich in einer bestimmten Weise verhalten müssen, wollen sie ihre gesellschaftliche Stellung bewahren oder ausbauen. Das färbt auf die Verhaltensweisen der Nichtbesitzer ab, da tendenziell die am geschicktesten skrupellos egoistisch Handelnden als erfolgreich im Konkurrenzkampf um die besten Positionen in einer Weltmangelwirtschaft gelten.

2. Vergleichbar wichtig ist eine weltweite (strukturell) neue Verteilung der Ressource Arbeitsvermögen.

Alle Arbeiten / Tätigkeiten müssen echte Bedürfnisse befriedigen. Soweit sie keinen eigenen Nutzen erbringen außer das Funktionieren der Privatwirtschaft abzusichern, werden sie eingespart. Als besonders einschneidende Vergeudung von Naturressourcen, menschlichen Potenzen und Menschlichkeit verschwinden Gewaltinstitutionen (Rüstung u.ä.). Dazu gehören aber auch alle Wirtschaftselemente zur Eigentumsscheidung und -manipulation, also Finanz- und Versicherungswirtschaft, Steuer- und Rechnungswesen, Lizenzwesen u.v.a.m. In der Konsequenz dürfte mehr als die Hälfte der „bei uns“ „bezahlten“, also als „gesellschaftlich notwendig anerkannten“ Arbeiten weggefallen sein.

3. Die Lebensverhältnisse aller Menschen auf der ganzen Erde werden auf hohem Niveau angeglichen.

Diese Angleichung trägt bereits ein deutliches kommunistisches Merkmal: Es herrschen nicht weltweit dieselben Bedingungen, sprich: es wird nicht überall der Konsum der imperialistischen Metropolen imitiert, sondern es werden weltweit „Wohlfühl-Lagen“ geschaffen und Möglichkeiten, sich uneingeschränkt in „Weltverhältnisse“ zu integrieren. Das heißt mindestens, dass alle Weltbürger nachhaltig über sauberes Wasser, vernünftige Speisen, Kleidung und Wohnung verfügen, dies aus eigener Arbeit erwachsen kann und jedem alle Bildungs- und Entwicklungswege unbeschränkt offen stehen.

4. Ein tatsächlich vernünftiges weltweites Planungs-, Versorgungs- und Kommunikationssystem wird praktisch umgesetzt.

Es ist ein am Gemeinwohl orientiertes, hoch entwickeltes und sich beständig weiter entwickelndes „Internet“. Geplant werden kann und muss innerhalb verschiedener abgrenzbarer Systeme und zwischen diesen. Dabei ist wichtig, dass möglichst viel regional beziehungsweise auf unteren Ebenen entschieden wird. In höherer Ebene werden die Schnittstellen bestimmt. Im praktischen Leben ist dies hierarchisch wesentlich leichter. Technisch vorstellbar in der Art einer einzigen universalen Partnerschaftsvermittlung. Nicht verschiedene neben- und gegeneinander, sondern ein Auf-, Ab- und Seitwärts-Surfen nach verschiedenen interessierenden Gesichtspunkten. Wichtig dabei ist, dass jeder Teilnehmer in jeder Ebene handeln, also auch bei der Wirtschaftsplanung auf allen Ebenen Änderungsvorschläge einbringen und anteilig durchsetzen kann.

5. Der e. K. erfordert absolute Individualisierung.

So wie jeder Beteiligte auf allen Ebenen seine Besonderheiten ins Ganze einbringen können muss, so gehört es zur allgemeinen Freiheit, sich als Persönlichkeit zu entfalten. Diese Individualisierung schließt ein, dass es keine allgemeingültigen Normen gibt – natürlich mit Ausnahme derer, dass die Ausübung der Freiheit des einen nicht zur Einschränkung der Entfaltung Anderer führen darf.

6. Kern des e. K. ist ein umfassendes Bildungssystem für Genuss, Gesundheit, Kommunikation und Kunst. Es wird damit schon mit Beginn des Übergangs zum Sozialismus begonnen, kann aber erst im entfalteten Kommunismus systematisch erfolgreich sein.

Jeder Einzelne muss befähigt werden, aktiv und passiv zu genießen und Andere genießen zu lassen. In diesem Zusammenhang verändern sich die allgemeinen Auffassungen, was „menschliche Bedürfnisse“ sind. Zu ihnen wird man dann auch die Fähigkeit zählen, Arbeit, vor allem kreative, als Genuss zu empfinden.

7. Schlüsselbegriff der kommunistischen Gesellschaften ist Kunst im weitesten Sinne.

Im Rahmen der Integration in ein individualisiertes Planungssystem findet jeder Beteiligte verschiedene Tätigkeiten, bei denen er sich selbst und - durch ihr Ergebnis - Anderen Vergnügen und Genuss bereitet. Dies erwächst auch aus dem erprobten Wissen, wo die besonderen eigenen Qualitäten liegen, und aus dem Wissen, dass die Ausübung „gesellschaftlicher Arbeiten“ ein angenehmes Feld zwischenmenschlicher Kommunikation ist,liegt aber auch in der relativ freien Entscheidung, wann er welche Tätigkeit ausübt,